16 Tage im Inselparadies, das hat schon was! Für alle, die das auch einmal erleben wollen, kommen in diesem Erfahrungsbericht ein paar wertvolle Tipps. Außerdem schreiben wir, was uns gut gefallen hat und was weniger gut.

Insel-Hopping mit dem Bula Combo Pass

Zu Anfang sei erwähnt, dass die Fidschis natürlich aus viel mehr Inseln bestehen als wir besuchen konnten und wir – wie immer – nur einen kleinen Teil beleuchten können. Wir haben uns entschieden, möglichst viel zu sehen, ohne unser Budget zu sehr zu beanspruchen. Der Insel-Hopping-Pass oder auch Bula Combo Pass von Awesome Adventures Fiji (AAF) schien ideal. Ist er auch. Doch es gibt ein paar Abers:

  • Nach 2 Wochen wissen wir, dass hauptsächlich Backpacker um die 20 diesen Pass buchen. Entsprechend findet man in manchen Unterkünften etwas zu viel Party für unseren Geschmack. Aber nicht in allen. Wir mussten erst herausfinden, wo es uns gefällt und wo nicht. Und dafür sind 2 Wochen schon fast wieder zu wenig.
  • Die meisten Backpacker bleiben nur eine Nacht in einer Unterkunft. Das macht alles auf dem Boot und auch in den Unterkünften oft etwas hektisch.
  • Die Buchungen für Unterkünfte müssen immer auf dem Katamaran von AAF gemacht werden. Es empfiehlt sich, die beliebten Resorts frühzeitig zu buchen und sich schon am Anfang der Zeit auf den Fidschis einen Plan für die komplette Zeit zu machen. Nicht immer bekommt man im gewünschten Resort für die folgende Nacht einen Platz, schon gar nicht in der Ferienzeit (bei uns waren gerade Osterferien).
  • Check-out ist in allen Unterkünften zwischen 9:00 und 10:30 Uhr. Wenn man wie wir zuerst eine lange Katamaran-Fahrt von der Hauptinsel nach Norden macht und sich von dort nach Süden vorarbeitet, hat man ein Problem. Das Boot fährt jeden Tag von Süden nach Norden und zurück, in beiden Richtungen kann man zusteigen. Wenn man nach Süden weiterfahren möchte, muss man warten, bis das Boot gegen 13:00 Uhr ganz oben war und wieder zurückfährt. Je weiter südlich man ist, desto später kommt das Boot auf seinem Rückweg vorbei. Man muss also die Zeit zwischen Check-out und Boarding überbrücken, das waren bei uns manchmal 7 Stunden (von 9:00 bis 16:00 Uhr). Beim nächsten Mal würden wir also sicherlich im Süden anfangen und die lange Fahrt mit dem Katamaran am Schluss machen, um zurück zur Hauptinsel zu kommen. Man hat einfach mehr davon, wenn man früh im Resort ankommt, ein Zimmer bekommt und am nächsten Morgen früh weiterfährt.
  • Die Resorts sind alle in Ordnung, keine Frage. Manche sind sehr ursprünglich und wahrlich nicht luxuriös, bei anderen bekommt man richtig was geboten. Weiter unten findet ihr ein Ranking aller Resorts, die wir besucht haben.

Wir sind uns sicher, dass man die Luxusresorts aus dem Hochglanzkatalog auf anderen Inseln der Fidschis finden kann. Ein Privatpool mit Masseurin, das Himmelbett von Kerzen beleuchtet und ein mit Blumen verzierter Cocktail zum Sonnenuntergang, das gibt es dort bestimmt. Keines der Resorts, die wir auf den Yasawas gesehen haben, fällt in diese Kategorie. Dafür haben wir relativ günstig gelebt und pro Tag mit knapp 150 Euro (für beide zusammen inklusive allem) ungefähr „nur“ so viel ausgegeben wie in Australien.

Tipps für die perfekten Postkartenfotos

Zu den Traumstränden auf den Fidschi-Inseln: Die gibt es hier, und sie sehen auch so aus wie auf den Postkarten oder im Katalog! Definitiv zählen die Yasawas mit ihren Korallenriffen und dem glasklaren Wasser zu den schönsten Flecken der Erde, die wir je gesehen haben. Unsere wichtigsten Tipps für das perfekte Postkartenfoto:

  • Die richtige Jahreszeit ist wichtig. Man möchte ja einen sonnigen Tag erwischen. Die beste Reisezeit für die Fidschis ist im nördlichen Sommer, zwischen Mai und Oktober.
  • Die richtige Tageszeit ebenso: Am schönsten sehen die Strände um die Mittagszeit aus, wenn das Licht möglichst senkrecht einfällt und wenig Reflexionen auftreten.
  • Die meisten Strände sind sehr flach und bei Ebbe alles andere als paradiesisch, aber genau an diesen flachen Stränden mit viel Sand sieht man das türkisblaue Wasser am besten. Bei höherem Wasserstand kann das aber schon ganz anders aussehen. Ein bisschen Geduld braucht man also schon, denn das Wasser lässt sich bekanntlich Zeit.
  • So richtig sauber und hellweiß sind die meisten Strände leider nicht. Wir haben keinen Müll gefunden, das ist am wichtigsten. Die Fidschianer wissen genau, dass man Müll nicht achtlos wegwirft. Aber Korallenschrott, Muscheln, Seegras und alles andere, das angespült wird, trüben ein Postkartenfoto schon. Manche Resorts säubern ihre Strände, andere nicht. Sobald die nächste Flut vorbei ist, sieht sowieso wieder alles anders aus.
  • Der richtige Ausschnitt ist von großer Bedeutung. Denn links und rechts und hinter dem Fotografen sieht es meistens doch ganz anders aus als auf dem Foto selbst. Und es ist wie immer: Die schönsten Flecken sind auch die beliebtesten, man ist also nie alleine.

Wir haben diese Regeln beachtet und ein paar wirklich schöne Fotos geschossen, wie ihr in den beiden Fidschi-Berichten (Teil 1 und Teil 2) sehen könnt.

An die vielen Bulas, Begrüßungslieder und Willkommensdrinks gewöhnt man sich schnell, manchmal hätten wir uns auch einfach mal kein Begrüßungslied gewünscht. Die Fidschianer sind ganz speziell, die frei auszulegende „Fiji Time“ spielt eine wichtige Rolle im Dorfleben, im Resort-Leben allerdings hält man sich recht genau an Zeitpläne für Mahlzeiten und Aktivitäten. Jeder singt, ob Mann oder Frau, fast alle Männer spielen Gitarre oder Ukulele. Die meisten haben haben ganz enge, schwarze Locken und kurze Haare, denn wenn sie ihre Haare wachsen ließen, würden sich diese der Schwerkraft sicher nicht beugen. Wir haben uns bei den Fidschianern immer wohlgefühlt, sie sind einfach herzliche Menschen.

Unsere Unterkünfte

Während unserer 15 Nächte auf den Fidschis haben wir am Anfang und Ende auf der Hauptinsel gewohnt und in den 13 Nächten auf den Yasawa-Inseln in 8 verschiedenen Resorts auf 6 verschiedenen Inseln. Bevor wir angekommen sind, wussten wir nicht, anhand welcher Kriterien wir die Resorts aussuchen sollten. Hier kommt unser Ranking für alle, die vor dem gleichen Problem stehen und die Qual der Wahl im Urlaubsparadies haben (alle Links zu Webseiten der Unterkünfte, in Klammern hinter den Namen die jeweilige Insel):

  1. Blue Lagoon Resort (Nacula)
    Die höchsten Extra-Kosten mit 63 FJD für Unterkunft (Gardenview Bure) und 79 FJD für Essen pro Person und Nacht, für uns zusammen also umgerechnet knapp 110 Euro zusätzlich zum Combo Pass, das ist viel! Dafür ist alles vom Feinsten, vom Open-Air-Bad bis zum Frühstücksbuffet. Der Strand und das vorgelagerte Korallenriff waren definitiv das Beste, was wir auf den Yasawas gesehen haben.
    Infos: www.bluelagoonbeachresort.com.fj
  2. Long Beach Resort (Matacawalevu)
    Bei Ebbe ist der Strand zwar nicht wirklich schön, bei Flut aber durchaus Südsee-like. Und wir hatten einen richtig entspannten Aufenthalt hier. Das Essen ist inklusive, auch für die Unterkunft in einer der großen Bures zahlt man nichts extra. Die Mitarbeiter sind die freundlichsten Fidschianer, die wir kennengelernt haben. Überall sind Hängematten direkt am Strand angebracht, auf denen es sich vorzüglich chillen lässt.
    Infos: www.longbeachfiji.com
  3. Botaira Beach Resort (Naviti)
    Ein tolles Resort mit nur wenigen Bures in einem riesigen Garten. Wir haben wegen eines Specials von AAF nichts extra für die Unterkunft bezahlt, normalerweise kostet diese 56 FJD. Dafür kostete das Essen 82 FJD pro Nacht und Person zusätzlich. Das Essen war sehr gut, aber im Vergleich zum Blue Lagoon Resort (Platz 1) den hohen Aufpreis nicht wert. Auch wenn wir schlechtes Wetter hatten, ist die Bucht richtig schön, im vorgelagerten Riff lässt es sich hervorragend schnorcheln und Kajak fahren.
    Infos: www.oarsmanbayfiji.com
  4. Oarsman’s Bay Lodge (Nacula)
    Liegt direkt neben Blue Lagoon und hat demnach den gleichen wunderbaren Strand und das riesige Korallenriff direkt vor der Haustür. Fürs Essen haben wir 77 FJD extra bezahlt, für die Unterkunft 25. Im Vergleich zu Blue Lagoon ist dieser hohe Aufpreis überhaupt nicht gerechtfertigt, doch die einzigartige Bucht hat wohl ihren Preis.
    Infos: www.oarsmanbayfiji.com
  5. Coralview Island Resort (Tavewa)
    Unser erstes Resort, solide und gemütlich, aber irgendwie nicht richtig fesselnd, keine Extrakosten. Die Hütten sind okay, das Essen auch.
    Infos: www.coral.com.fj
  6. Sunrise Beach Resort (Nanuya Lailai)
    Richtig einsam und sehr ursprünglich geht es hier zu, das Resort liegt direkt beim kleinen Dorf. Es gibt keinen Strom und keinen Luxus, dafür hat man definitiv seine Ruhe hier und bekommt hausgemachtes frisches Essen.
  7. Korovou Eco-Tour Resort (Naviti)
    Mit 15 FJD extra pro Person und Nacht für die Überachtung noch relativ günstig, liegt es mit 2 anderen Resorts in einer schönen Bucht, die aber zum Schwimmen denkbar ungeeignet ist. Die Bures sind viel zu nah an Restaurant und Pool, sodass man im Zimmer die Musik fast so laut hört wie direkt vor den Boxen.
    Infos: www.coral.com.fj
  8. Waya Lailai Evohaven Resort (Waya Lailai)
    Unsere letzte Insel und leider auch die schlechteste Unterkunft. Auf mehreren Ebenen liegen hier Strand, Unterkünfte, Schlafsaal und Bures. Wir hatten ein langweiliges steriles Zimmer in der Lodge, einem langen, dünnwandigen Bau mit vielen anderen Zimmern. Für den letzten Platz sind aber hauptsächlich die Mitarbeiter verantwortlich, die wir allesamt am wenigsten von allen mochten. Eigentlich war keiner der Angestellten so herzlich und freundlich, wie wir es von den anderen Resorts kannten.
    Infos: www.wayalailairesort.com

Abschließend können wir feststellen, dass 2 Wochen auf den Yasawas gerade richtig sind. Ein 3-Wochen-Pass wäre dann doch zu viel, vor allem wenn man bedenkt, dass die meisten der angebotenen Aktivitäten und Ausflüge ganz ordentlich ins Geld gehen. In einer Woche kommt man aber kaum dazu, die Zeit richtig zu genießen, wenn man endlich eine Unterkunft gefunden hat, die einem gut gefällt.

Jetzt erwarten wir herbstliche Temperaturen und durchwachsenes Wetter in Neuseeland und sind froh, dass wir noch 2 Wochen lang Sonne und Wärme tanken konnten. Wir hoffen, wir haben euch mit unseren Fotos ein bisschen auf den (zumindest in Deutschland) kommenden Sommer eingestimmt. Bula und Vinaka vaka levu!