Ausflug in die Verbotene Stadt

Okt

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2010

11.10.2010 | Von Daniel Schroth | Keine Kommentare

Ausflug in die Verbotene Stadt

Tatsächlich schaffen wir es, um 9 Uhr aufzustehen! Als Marsi das Rollo in unserem Badezimmer öffnet und wir nach fast einer Woche einen klaren, smogfreien, blauen Himmel sehen, hält uns nichts mehr im Bett. Offensichtlich hat es sich in der vergangenen Nacht mal richtig ausgeregnet, heute beschert uns das einen wundervollen Tag.

Auf dem Weg zur U-Bahn gibt’s wie fast jeden Morgen ein gefüllten Eierpfannkuchen mit vielen leckeren Gewürzen, genau das richtige Frühstück für uns. Bei Xidan finden wir leider keine Bank, wo wir Marsis Kreditkarte testen können, sie hatte nämlich die letzten Tage Probleme beim Geldabheben am Automaten gemacht. Deshalb suchen wir sicherheitshalber einen Automaten mit Bank, um dort gleich auf der Matte zu stehen, falls die Karte eingezogen wird. Gegenüber dem Eingang zur Forbidden City ist der Platz des himmlischen Friedens, der Tian’anmen Square, den wir uns nicht entgehen lassen.

Zu unserer Überraschung kann auch ich am Geldautomaten direkt beim Ticketschalter für die Verbotene Stadt kein Geld abheben, was uns vor ernste Probleme stellen könnte, denn wir haben so gut wie kein Bargeld mehr in der Tasche. „Invalid Transaction“ warnt uns das Display. Wir haben 2 Kreditkarten dabei und zusätzlich eine Notfall-Kreditkarte einer anderen Bank. Wenn unsere beiden Hauptkarten plötzlich nicht mehr funktionieren, könnte das lustig werden. Wir ziehen also wieder ab und suchen eine andere Bank. Nach einer knappen halben Stunde werden wir fündig. Bei dieser Bank funktionieren plötzlich beide Karten wieder. Wir vermuten, dass nicht alle Banken das kostenlose Geldabheben unterstützen oder unterstützen wollen und wir deshalb bei mehreren anderen Banken kein Geld bekommen haben. Im Übrigen lassen auch in Deutschland nicht alle Banken zu, dass man an ihren Automaten mit unseren Karten kostenlos Geld bekommt. Anders können wir uns das nicht erklären.

Frischen Mutes laufen wir zurück zur Forbidden City, dieses Mal kaufen wir erfolgreich zwei Tickets für 60 RMB (6,50 Euro) pro Person und mischen uns unter die vielen tausend Touristen, die bereits hier sind. Viele sind streng organisiert und gehören Reisegruppen an, wobei der Guide entweder durch Fähnchen auf sich aufmerksam macht oder in eine Trillerpfeife bläst. Andere Gruppen haben allesamt rote Baseball-Mützen auf, um sich nicht zu verlieren.

Die Verbotene Stadt ist ein riesiger Komplex mitten in Peking, umringt von meterhohen Mauern. Vermutlich hat jeder schon Fotos gesehen, so haben auch wir diverse Motive wiedererkannt. Man kann locker einen ganzen Tag hier verbringen, ohne einen Raum, einen Tempel oder einen Garten mehrfach zu sehen. Wir machen unsere eigene Tour, und sobald man die mittlere Route durch die Stadt verlässt, also links oder rechts an den Menschenmassen vorbeigeht, hat man sogar ein bisschen Ruhe. Beeindruckend ist es zweifelsfrei, was wir hier zu sehen bekommen.

Auf dem Rückweg machen wir für 10 RMB (1,10 Euro) einen Abstecher in die Clock Hall, wo viele hundert Uhren ausgestellt sind, die andere Nationen und politische Besucher den Chinesen über die Jahrhunderte geschenkt haben. Neben edlen Taschenuhren sind hier Werke ausgestellt, die mehrere Meter hoch sind und zum Beispiel einen Wasserfall enthalten. Eine andere Uhr ist ein mechanisches Meisterwerk und bildet ein sich drehendes Sonnensystem mit allen Planeten nach.

Nach einem kurzen Abstecher ins Hotel machen wir uns auf zu meiner ersten Stunde. Am Vortag konnte ich nicht widerstehen und habe mir eine Erhu gekauft, eine chinesische Geige. Den Klang kenne ich bestens, nur zu gern würde ich dieses exotische Instrument einmal beherrschen. Mein Lehrer versteht kaum ein Wort Englisch, ist aber glücklicherweise sehr geduldig. Nach einer Stunde kenne ich zumindest die Grundlagen und hoffe, dass ich auf der weiteren Reise genug Zeit zum Üben finden werde.

Nach einem experimentellen Abendessen (diesmal gibt es Hammel-Pfannkuchen-Suppe und eine sehr saure Suppe mit Schweinefleisch) müssen wir früh ins Bett gehen, denn bei der Forbidden City haben wir uns zu einem Trip zur Chinesischen Mauer überreden lassen, der morgen schon um 7:30 Uhr beginnt.

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Ausflug in die Verbotene Stadt

von Daniel Schroth Lesedauer: 3 min
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