Mit der Fähre von Wellington nach Picton

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2015

02.02.2015 | Von Daniel Schroth | 4 Kommentare

Mit der Fähre von Wellington nach Picton

Den letzten Morgen auf der Nordinsel Neuseelands verbringen wir auf dem Mount Victoria Lookout und im Büro von Mountain Buggy. Das Wetter ist mäßig gut, als wir um 13:00 Uhr am Interislander-Terminal ein paar Kilometer außerhalb der Stadt ankommen. Das Ticket haben wir bereits am Vortag gekauft, wir haben den letzten Platz auf der Nachmittagsfähre bekommen.

Eine Stunde später fahren wir mit unserem Camper Lui in den gigantischen Bauch der Fähre, dicht an dicht stehen hier Autos, Campervans, Lkw und ziemlich alles, was Räder hat. Alle Passagiere müssen während der Überfahrt aus ihren Fahrzeugen aussteigen und sich auf einem der vielen Decks aufhalten. Im Gegensatz zu so mancher Fähre, die wir schon kennengelernt haben, gibt es hier genügend Sitzplätze für alle, auch ein Restaurant und genügend saubere Toiletten sind vorhanden. Auf dem Deck 4 sind wir genau richtig, ein großer Kinderspielplatz hält Dari während der Überfahrt bei bester Laune. Je mehr wir uns der Südinsel nähern, desto wolkiger und stürmischer wird es.

Um 18:00 Uhr, nach dreieinhalbstündiger Fahrt, steigen wir wieder in unseren Lui und wundern uns, dass genau dieselbe Klappe für die Ausfahrt geöffnet wird, die wir schon für die Einfahrt benutzt haben. Wir stehen mit dem Heck zur Ausfahrt. Viele der links von uns stehenden Fahrzeuge stehen in der “richtigen” Richtung und fahren vor uns hinaus, jetzt erklärt sich auch, wie die Fähre befüllt wird: Die kleineren Fahrzeuge fahren zuerst auf den rechten Spuren hinein, wenden ganz hinten und fahren dann wieder zur Einfahrt zurück, wo sie für die Überfahrt auf der linken Seite parken. Die größeren Lkw und Camper fahren ebenfalls auf den rechten Spuren hinein, bleiben aber hinten stehen. So füllt sich langsam das komplette Fahrzeugdeck, die Hälfte der Fahrzeuge steht in Fahrtrichtung zur Ein- bzw. Ausfahrtsklappe, die andere Hälfte – zu der wir gehören – mit dem Heck zur Klappe. Wir müssen also jetzt vor der Ausfahrt mitten im Bauch der Fähre wenden, was glücklicherweise viel einfacher ist als erwartet.

Um kurz vor 19:00 Uhr sind wir in Picton und schauen uns einen der Campingplätze an. Wieder einmal stellen wir fest, dass wir nur für einen Stromanschluss und die Benutzung von Toiletten und Duschen keine 20 Euro ausgeben wollen, denn wir haben ja bis auf einen Stromanschluss alles an Bord. 10 km weiter östlich finden wir in der Whatamango Bay einen gemütlichen DOC-Platz. Überall in Neuseeland betreibt das Department of Conservation Plätze, wo man für einen kleinen Betrag an landschaftlich sehr reizvollen Stellen übernachten kann. Es ist gerade Ebbe und obwohl es nieselt, lässt sich Dari nicht davon abhalten, am Strand jede einzelne der Millionen Muscheln persönlich umzudrehen und ein paar Zentimeter weiter wieder auf den Boden zu legen.

Der nächste Tag sieht schon viel besser aus, keine einzige Wolke ist am Himmel, als wir nach dem Frühstück zurück nach Picton fahren. Die kleine Stadt hat außer ein paar Geschäften auf der High Street und einer tollen Uferpromenade nicht viel zu bieten, ist aber wegen des großen Fährhafens das Tor zur Südinsel, zumindest wenn man nicht mit dem Flugzeug kommt. Uns gefällt die Stadt sehr gut, für einen oder zwei Tage kann man es hier prima aushalten. Genießt unsere Fotos von der Überfahrt:

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Comments (4)

  1. Ich bin auch schon mit der Interislander Fähre gefahren, allerdings hatte ich kein Auto dabei sondern ein Fahrrad. Das habe ich aber natürlich trotzdem bei den ganzen Autos unten geparkt. Die Hinfahrt von Wellington nach Picton war nachts. Da hatte man beim Ablegen eine wunderschöne Aussicht von der Fähre aus auf das nächtlich erleuchtete Wellington. Die Rüchfahrt war dann tagsüber und was soll ich da noch viel dazu sagen, es war traumhaft, so wie auf euren tollen Fotos. 🙂

    1. Hi Jo!

      Ja, die Überfahrt ist ein Erlebnis für sich, mal davon abgesehen, dass man ein Ziel auf der anderen Seite erreichen will. Wir freuen uns schon aufs nächste Mal … irgendwann vielleicht …

  2. Hach, da kommen Erinnerungen hoch. Ich bin andersrum gefahren, und bei der Ausfahrt in Wellington war das Lenkradschloss verklemmt, so dass ich den Wagen nicht starten konnte und alles aufgehalten habe. Die Ordner und Gaeste hatten aber die Ruhe weg, und ein freundlicher Kiwi hat es dann mit viel Gefuehl und ein bisschen Gewalt hingekriegt. Passiert wohl ab und zu bei alten Autos und dem Geruckel auf dem Parkdeck…

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Mit der Fähre von Wellington nach Picton

von Daniel Schroth Lesedauer: 3 min
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