Adelaide und Hahndorf

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2014

11.11.2014 | Von Daniel Schroth | 2 Kommentare

Adelaide und Hahndorf

Handyempfang! Nach Glendambo, der letzten kleinen Siedlung im Outback, gibt es wieder durchgehend Empfang mit unseren Telefonen. 210 km später sind wir in Port Augusta, kaufen in einem großen Supermarkt ein und genießen einen Cappuccino mit Muffin bei McCafé. Die Zivilisation hat uns wieder!

Auch die Spritpreise sind hier an der Küste endlich wieder normal: Statt der bisher höchsten 2,08 AUD pro Liter in Yulara beim Uluru tanken wir jetzt für 1,48 AUD unseren durstigen Ken auf, um heute noch weitere 320 km nach Adelaide zu fahren. Die Straße zwischen Port Augusta und Adelaide ist von bester Qualität, aber schon 35 km vor der großen Stadt stecken wir im Stau. Das hatten wir zum letzten Mal vor über 2 Wochen, wir erreichen unseren Campingplatz für die nächsten Tage erst um 18:00 Uhr.

Heute Abend gibt es zur Feier des Tages Pfannkuchen. Zu feiern gibt es zum einen, dass wir wieder unter Menschen sind und zum anderen, dass wir eine gemütliche Camp Kitchen in der Nähe haben, in der wir überhaupt erst Pfannkuchen machen können, ohne unseren Camper für viele Tage einzustinken.

Am nächsten Tag ist Shopping angesagt. Wohl wissend, dass unser Gepäck bis obenhin voll ist und wir uns – rein platzmäßig – gar nichts mehr leisten könnten, finden wir im Harbour Town Shopping Centre direkt beim Flughafen Adelaide ein paar attraktive Outlet-Stores. Seit Darian läuft, hat er schon 2 von zu Hause mitgebrachte Hosen durchgewetzt, wir finden schnell Nachschub bei Pumpkin Patch. Nachdem Marsi danach im Kathmandu-Outlet zugeschlagen hat, werden wir im Brooks-Outlet (alle Links zu Webseiten) richtig unvernünftig und kaufen uns Laufschuhe. Nicht, dass wir keine festen Schuhe mitgebracht hätten: Unsere wasserdichten Trekking-Schuhe leisten treue Dienste, aber zum Joggen wollen wir sie nicht benutzen.

Seit unserer Abreise vor gut einem Monat haben wir keine sportliche Anstrengung mehr gehabt. Die vielen längeren Spaziergänge zählen wir nicht als Anstrengung. Damit soll jetzt Schluss sein. Schon gleich nachdem wir wieder auf dem Campingplatz sind, werden die neuen Schuhe eingeweiht und wir gehen nacheinander an der wunderschön angelegten Uferpromenade von West Beach in Adelaide ein paar Kilometer joggen, uns begegnen viele andere sportliche Menschen zu Fuß oder auf dem Fahrrad. Eine echte Wohltat nach Wochen ohne Sport!

Der schöne West Beach liegt weniger als 3 Gehminuten von unserem Campervan entfernt und obwohl das Wasser gefühlt eisig ist und nicht so recht zu dem sonnigen Wetter mit fast 30 Grad passen will, ziehen wir Dari seine Badeklamotten an und verbringen den Nachmittag des nächsten Tags mit ihm im Sand.

Nach 4 Übernachtungen in Adelaide haben wir von der Stadt selbst nicht viel gesehen, zu gut hat es uns in der Gegend um West Beach gefallen. Auf dem Weg nach Hahndorf machen wir einen Abstecher zum Mount Lofty. Der Hausberg von Adelaide ist mit 710 m der höchste der Adelaide Hills. Von der Aussichtsplattform aus haben wir einen 180-Grad-Panoramablick auf Adelaide und haben so wenigstens alle Stadteile gesehen, wenn auch nur aus der Ferne.

Ganz in der Nähe liegt der Cleland Wildlife Park, wir kaufen für knapp 50 AUD (35 Euro) 2 Tickets und verbringen ein paar Stunden mit Lorikeets, Potoroos, grauen und roten Kängurus, Wallabies, Emus, Gänsen und Pelikanen. Zum Abschluss gibt es eine Runde Koala-Kuscheln, was besonders Dari gut gefällt.

Nur 20 Autominuten weiter liegt Hahndorf. Hinter dem deutschen Namen verbirgt sich auch eine deutsche oder zumindest deutsch gebliebene Siedlung, das können wir natürlich nicht auslassen. Wir erwarten Sauerkraut, Bratwürste, Knödel und gutes deutsches Brot, vielleicht sogar mit Kruste. Während wir durch die Hauptstraße fahren, macht die Stadt einen wirklich sehenswerten Eindruck auf uns. Weiter hinten parken wir unseren Campervan und laufen die Hauptstraße zurück bis zum Ende und wieder zum Camper. Jetzt finden wir die Einkaufsstraße schon nicht mehr so sehenswert, neben den typischen australischen Geschäften, Cafés und Souvenirshops finden wir nicht viel, was uns an unsere Heimat erinnern würde.

Das Hofbräuhaus auf der linken Seite wollen wir von innen gar nicht sehen, wir werden von der Musik eines Ladens auf der rechten Seite angelockt. „Oans, zwoa, gsuffa“, hören wir da, bevor noch mehr traditionelle bayerische Musik aus den Außenlautsprechern dröhnt. Als ob man in ganz Deutschland diese Musik hören würde, werden drinnen – neben vielen Souvenirs, die es auch auf dem Oktoberfest zu kaufen gibt – auch Kuckucksuhren aus dem Schwarzwald verkauft. Wir fragen den Verkäufer, wie er es den ganzen Tag bei dieser Musik aushalten kann und erhalten eine erstaunliche Antwort: „Die Musik gefällt mir, ich bin damit aufgewachsen.“ Dass er Uhrmacher ist und auch auf Kuckucksuhren steht, verwundert uns dann schon gar nicht mehr.

Nach einer entspannten Nacht auf dem schön gelegenen Hahndorf Resort Tourist Park verlassen wir den South Australia und sind wieder in Victoria, wobei uns 3 Unterschiede zwischen den beiden Bundesstaaten ganz besonders auffallen: Die Straßen werden schlagartig schlechter in Victoria, die Uhr muss 30 Minuten vorgestellt werden und es gibt wieder Aldi zum Einkaufen.

Hier gibt’s wie immer die schönsten Fotos unserer Zeit in Adelaide und Hahndorf:

Wo in der Welt habt ihr solche "Deutschland"-Erlebnisse gehabt?
Weiter unten könnt ihr Kommentare, Anregungen und Fragen hinterlassen. Wir freuen uns darauf!

Comments (2)

    1. Thanks, Sherry! We’ll see within the next few weeks if we can make it to the Gold Coast and see Martha again. We should play Lotto … and win! 😉

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Adelaide und Hahndorf

von Daniel Schroth Lesedauer: 4 min
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