Bangkok: Patpong

Okt

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2011

01.10.2011 | Von Daniel Schroth | Keine Kommentare

Bangkok: Patpong

Ich hatte schon zwei Mal das zweifelhafte Vergnügen, einer Pussy Show in Bangkoks Rotlicht- und Vergnügungsviertel Patpong beizuwohnen, ein Mal davon zusammen mit Marsi. Da wir auch meinem Bruder Matz dieses Highlight keinesfalls vorenthalten wollten und ihn aber aus nachvollziehbaren Gründen auch nicht alleine dorthin schicken wollten, waren wir gestern zu dritt wieder dort.

Mit dem Taxi fahren wir vom Hotel nach Patpong, hier liegt Bangkoks berüchtigte Rotlichtmeile. Laufhäuser und hinter Glaswänden wartende Damen wie zu Hause gibt es hier nicht, zumindest nicht so offensichtlich. Stattdessen gibt es Bars mit Tänzerinnen, den berühmten Night Bazar, allerlei leicht bekleidete Damen und ein paar Clubs mit Pussy Shows.

Nachdem wir wieder festgestellt haben, dass es sich allein fürs Shopping überhaupt nicht lohnt, nach Patpong zu kommen, steuern wir unser eigentliches Ziel an. Wir wissen nicht, wie viele Schlepper uns auf der Straße schon angesprochen hatten, um uns in eines der vielen Etablissements zu bringen. Das erste war uns viel zu laut, im zweiten war es nicht viel besser, aber wir bleiben.

Wir setzen uns, ein paar andere Gäste sind schon da. Prompt steht die Bedienung bei uns mit einer sehr übersichtlichen Getränkekarte. Jedes Getränk soll 100 Baht kosten (2,40 Euro), dafür darf man sich die Show anschauen. Ohne Getränke geht natürlich nichts. Wir bestellen 2 Flaschen Bier und eine Coke. Die Frage, ob wir den Tänzerinnen nicht einen reichlich überteuerten Drink spendieren wollen, verneinen wir mit einem höflichen „Maybe later“.

Da sitzen wir also, nuckeln im schummrigen Licht an unseren Getränken und beobachten die Tanzfläche, die keine 2 Meter von uns entfernt ist. Dort gibt es ein paar Tänzerinnen, manche tragen noch einen knappen Bikini, andere nicht mehr so viel. Dazu gibt es übelst laute Musik vom DJ, wir sitzen direkt vor dem großen Lautsprecher.

Die Pussy Show läuft in Schleife, man bleibt, so lange man will und schaut sich die einzelnen Acts an. Viele von euch denken jetzt vermutlich, dass man hier auch mehr bekommt als nur schauen. Das ist durchaus möglich, wir wissen es aber nicht und werden es auch nie erfahren, denn als Alibi haben wir ja Marsi dabei. Auch die Dame, die neben Matz Platz nimmt, sieht schnell ein, dass bei uns nichts zu holen ist.

Nacheinander sehen wir die Damen auf der Tanzfläche in folgenden Disziplinen:

  • Ping-Pong: Die Dame „lädt“ sich mit ein paar Tischtennisbällen voll und schießt diese ins Publikum. Ich bekomme vorher einen Tischtennisschläger angeboten, lehne aber dankend ab. Das Angebot hätte ich mal lieber angenommen, denn mit dem Schläger hätte ich die glitschigen Bälle wenigstens zurück zur Tanzfläche oder, noch besser, auf andere Gäste schießen können. Stattdessen bekommen wir die Bälle mal aufs Hemd, mal auf die Hose und mal auf den Tisch vor uns. Zum Glück trinken wir das Bier direkt aus der Flasche. Nicht auszudenken, wenn ein Ball im Glas gelandet wäre!
  • Smoking Pussy: Ja, man kann auch „untenrum“ rauchen, das sehen wir ganz eindeutig!
  • Blumenband: Die Tänzerin zieht sich ein ca. 4 m langes Band mit Stoffblumen heraus. Keine Ahnung, wo sie das alles verstaut hat. Bei unserem letztem Besuch wurde dasselbe mit Rasierklingen gemacht. Blumenbänder sind uns deutlich lieber.
  • Balloon: Jetzt wird’s spannend. Die Dame lädt ein kleines Blasrohr, bringt es an der richtigen Stelle an und schießt auf Luftballons auf der gegenüberliegenden Seite der Tanzfläche. Dann bekommt Matz einen Ballon, den er über seinem Kopf in der Hand halten soll. Es braucht nicht viele Versuche, dann platzt auch dieser mit einem lauten Knall.
  • Geburtstagstorte: 10 Kerzen brennen auf einer künstlichen Torte. Aus beachtlicher Entfernung schafft es die Tänzerin, alle Kerzen mit einem kleinen Blasrohr auszublasen.
  • Ringe: Mit einem an Essstäbchen erinnernden Holzteil nimmt die Tänzerin kleine Ringe vom Boden auf und lässt sie über einem Flaschenhals wieder nach unten, bis alle Ringe über der Flasche liegen.

Nach einer knappen Stunde sind unsere Getränke leer, jetzt reicht’s uns auch. Wir gehen zur Kasse und wollen unsere 3 Getränke bezahlen, ich halte schon passend die 300 Baht in der Hand. Schnell bekommen wir die eigentliche Rechnung ausgehändigt, auf der für jeden von uns folgendes berechnet wird:

  • Show anschauen: 1.000 Baht
  • Erstes Getränk (jeder von uns hatte ja nur eins): 300 Baht
  • Getränk für die Tänzerinnen: 300 Baht

Insgesamt sollen wir also 4.800 Baht bezahlen, das sind mal eben schlappe 115 Euro und 1.500 Prozent mehr als wir erwartet hatten! Selbst wenn wir wollten, hätten wir so viel gar nicht dabei. Klar, dass alle Erklärungsversuche scheitern, hier will man nichts davon wissen, dass ein Getränk nur 100 Baht kostet. Die abgezählten Scheine aus meiner Hand werden mir weggerissen und vermutlich flucht man uns auch noch etwas auf Thai hinterher, als wir die Bude verlassen.

Unglaublich, mit welchen Waffen hier gekämpft wird. Wir ärgern uns aber nicht, denn schließlich sind wir in Bangkok, da kann sowas schon mal vorkommen. Danach kommt mir die Idee, wie ich diese Situation das nächste Mal auflösen werde: Mit einem Lächeln werde ich freundlich aber bestimmt sagen: „Nöng, song, sahm roy baht. Pob kan mai. Kop kun kap.“ und einfach gehen. Das bedeutet: „Ein-, zwei-, dreihundert Baht. Bis zum nächsten mal und vielen Dank“.

Aber wollen wir uns das wirklich beim nächsten Mal wieder antun? Wir wissen es nicht. Aber wir wissen, dass wir jedem von euch die berühmte Pussy Show unbedingt empfehlen, zumindest beim ersten Mal muss man zwangsläufig staunen über die Fähigkeiten, über die man hier verfügt.

Leider waren überall Schilder mit „No photo“ angebracht, so dass ihr bei diesem Artikel auf Fotos verzichten müsst. Ohnehin ist es viel besser, wenn ihr euch das einfach mal selbst anschaut!

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Bangkok: Patpong

von Daniel Schroth Lesedauer: 4 min
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