Auf dem Weg nach Cusco

Jul

10

2011

10.07.2011 | Von Daniel Schroth | Keine Kommentare

Auf dem Weg nach Cusco

Da sitzen wir im Busbahnhof von Tacna, vor ein paar Minuten haben wir die Grenze nach Peru überquert. Wir wollen so schnell wie möglich nach Cusco weiterfahren, wo wir einen zweiwöchigen Spanischkurs machen wollen. Aber so genau wissen wir gar nicht, wie wir nach Cusco kommen. Wir fragen in einer Agentur im Busbahnhof nach und werden bestens beraten, sogar auf Englisch. Und wir bekommen noch für heute Tickets für einen Bus nach Cusco!

Noch haben wir eine Stunde Zeit bis zur Abfahrt, wir gönnen uns eine Suppe zum Mittagessen. Dazu wird Limette und eine rote Salsa serviert. Die Suppe selbst schmeckt eigentlich gut, aber ich versuche, sie mit der roten Salsa zu verfeinern und übertreibt es deutlich. Als Marsi die Suppe daraufhin probiert, kann ich ihr unverkennbare Sauscharf-Gesicht fotografieren, ihr könnt es in den Fotos unten bewundern.

In Chile waren wir bereits positiv überrascht von den Überland-Bussen, aber in Peru sind wir hellauf begeistert. Wir haben Tickets mit Cruz del Sur gebucht, in 18 Stunden soll uns der Bus mit einem kurzen Stop in Arequipa bis nach Cusco bringen. Am Abfahrtsort an der peruanischen Grenze wird unser Gepäck wie am Flughafen eingecheckt, wir müssen es nicht einmal in Arequipa abholen und neu einchecken, es wird direkt durchgereicht. Wir decken uns mit Proviant ein und steigen in den Bus. Vorher werden wir gefilmt und wie am Flughafen durchleuchtet, auch unser Handgepäck wird untersucht. Unsere Sitze sind erstaunlich groß, es gibt Fahrtbegleiterinnen, sofern man das Pendant zu Flugbegleiterinnen so nennen kann. Auf jeder Fahrt von Cruz del Sur wird Bingo gespielt, wir gewinnen leider nicht. Wir haben ohnehin nicht verstanden, was es zu gewinnen gibt, denn die Ansagen waren nur auf Spanisch.

Nach 6 Stunden kommen wir abends in Arequipa an, verbringen 2 Stunden in der bequemen Lounge der Busgesellschaft mit Toilette und WiFi, bis wir um 20:30 Uhr in den Bus nach Cusco steigen. Für diesen Bus haben wir die beste Klasse “Cama” gebucht, denn wir wollen auf der 12-stündigen Nachtfahrt auch ein bisschen schlafen. Wir sitzen unten im Doppeldecker-Bus, auf diesem Stockwerk gibt es nur 12 Sitze, alle wesentlich bequemer als jeder Economy-Sitz in einem Flugzeug. Nach dem Bingo, das wir schon wieder nicht gewinnen, schreibe ich einen Artikel, im Bus gibt es nämlich WiFi umsonst, zumindest wenn sich der Bus in der Nähe einer Stadt mit ausreichend gutem UMTS-Empfang befindet. Wir bekommen ein Abendessen serviert, auf dem Fernseher läuft noch ein aktueller Kinofilm auf Englisch mit spanischem Untertitel, dann schlafen wir ein.

So richtig gut können wir im Bus nicht schlafen, das liegt aber nicht an den Sitzen, denn so viel Komfort hatten wir noch nie. Viel zu oft bremst der Fahrer den Bus heftig ab und beschleunigt wieder, alle paar Minuten hören wir ein kurzes “Dit-Dit”, wenn der Fahrer die maximal erlaubten 90 km/h mal wieder überschritten hat.

Trotzdem kommen wir einigermaßen entspannt um 7:30 Uhr am nächsten Morgen in Cusco an. Wir sind auf knapp 3500 m über dem Meer, die Sonne scheint und es wird langsam warm. Für überteuerte 10 peruanische Soles (PEN, ca. 2,50 Euro) nehmen wir ein Taxi zu unserem Hostel, das wir am Vorabend in der Lounge der Busgesellschaft noch schnell gebucht haben.

Das Hostel Home Sweet Home liegt im Viertel San Blas nördlich der Innenstadt auf einem der Berge, die Cusco umgeben. Das Taxi hält, wir bezahlen und sehen Treppen. Viele Treppen. Zu Hause würden uns diese bestimmt nicht viel ausmachen, aber hier auf der Höhe, an die wir uns noch nicht gewöhnt haben, artet der Aufstieg zum Hostel in Extremsport aus. Völlig außer Atem kommen wir an und klingeln, Adolfo öffnet die Tür und begrüßt uns herzlich. Wir bekommen ein Zimmer im 1. Stock und frühstücken erst mal. Bei Rührei, leckeren Brötchen, Kaffee und Coca-Tee haben wir einen fantastischen Blick auf die Stadt, die unter uns liegt. Unser Zimmer ist klein und kalt, immerhin haben wir ein eigenes Badezimmer und eine kleine transportable Mini-Ölheizung.

Im nächsten Artikel nehmen wir euch mit durch die berühmte Inka-Stadt Cusco und berichten von unserer ersten Woche im Spanischkurs. Hier findet ihr ein paar Eindrücke unserer Reise von Arica (Chile) nach Cusco (Peru):

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Auf dem Weg nach Cusco

von Daniel Schroth Lesedauer: 3 min
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