Malaysia

Mrz

14

2011

14.03.2011 | Von Daniel Schroth | 2 Kommentare

Malaysia

Nach unserer Chaoswoche in Bangkok fliegen wir nach Penang, einer Insel vor der Nordwestküste Malaysias. Wir landen am frühen Abend und überfliegen vorher eine große Stadt mit Hochhäusern und breiten Straßen. Anfangs denken wir, dass es sich um eine Stadt auf dem Festland handeln muss, bis wir kurz darauf die Landebahn sehen. Penangs Inselhauptstadt George Town ist eine richtig große Stadt mit 400.000 Einwohnern und allem drum und dran!

Am Flughafen bekommen wir schnell unser Gepäck und haben erst mal keine Ahnung, wie wir von hier in die Innenstadt kommen sollen, wo wir ein Hotel reserviert haben. Mit ein paar anderen Reisenden schließen wir uns zusammen und warten auf den Bus 401E, der uns in einer knappen Stunde ins Zentrum der Hauptstadt bringt. Wir wissen nicht, wo unser Hotel liegt und nehmen für überteuerte 12 MYR (ca. 3 Euro) ein Taxi für die kurze Strecke.

George Town & Tanah Rata: Temperatur- und Landschaftsunterschiede

Das Hotel Mingood wurde vor nicht allzu langer Zeit renoviert, die Fotos bei der Buchung sahen wirklich nett aus, aber natürlich ist wieder einmal alles anders. Während die Rezeption auf Arktistemperaturen heruntergekühlt ist, funktioniert in unserem Zimmer die Klimaanlage nicht. Und überhaupt warten Möbel, Dusche, Badezimmerarmaturen und alle anderen Einrichtungsgegenstände schon lange auf einen Austausch. Die beschriebene Renovierung beschränkte sich wohl aufs Anstreichen der Wände. Immerhin finden wir im 1. Stock eine Bügelecke. Meine Freude ist riesig, habe ich doch seit Oktober kein Bügeleisen mehr benutzt!

Während unsere Klimaanlage das Zimmer kühlen soll, gehen wir auf Futtersuche und landen in einem indischen Restaurant, wo wir für sagenhafte 16 MYR (ca. 4 Euro) 5 Gerichte und Getränke bekommen. Indisch? War da nicht was? Richtig! Marsi weigert sich anfangs mit allen Gliedmaßen (hier geht’s zu Marsis Artikel mit dem Titel „Indien stinkt“) , das Restaurant zu betreten, doch ich überzeuge sie schließlich. Das Essen hier erinnert uns tatsächlich sehr an unsere Zeit in Indien im Dezember letzten Jahres.

Unser Zimmer hat noch immer kein Grad weniger als die warme Nachtluft draußen, wir sagen an der Rezeption Bescheid. Ein Mitarbeiter kommt mit, streckt seine Hand nach oben vor das Gebläse der Klimaanlage und meint, dass es doch so in Ordnung wäre. „You can feel, cold air coming out!“, sagt er.

Ich hole kurz Luft und verzichte dann doch darauf, dem Mitarbeiter einen Vortrag über Verdunstungskälte zu halten, ich versuche es stattdessen mit einfacheren Worten. Man bietet uns ein anderes Zimmer an, hier kommen wir mit einem weiteren Problem des Hotels in Kontakt, denn alle Zimmer sind bei Bedarf Raucherzimmer und Nichtraucherzimmer, wenn Nichtraucher dort wohnen. Im nächsten Zimmer riecht es, wie auch in unserem bisherigen, nach kaltem Rauch, der sich überall festgesetzt hat. Da hilft kein Lüften, kein Räucherstäbchen und auch keine Erklärung vom Mitarbeiter, Marsi stinkt es. Die nächsten beiden Zimmer, die man uns zeigt, riechen allerdings noch viel schlimmer, sodass wir uns entscheiden, das kleinste Übel mit hoffentlich funktionierender Klimaanlage zu nehmen. Wir ziehen um, es ist kurz vor Mitternacht und wir hatten einen wirklich langen Tag.

Nachts gegen 4:00 Uhr feiern unsere Zimmernachbarn eine Party. Marsi ruft von draußen in die Partybude, keine Reaktion. Auch ich bin jetzt wach, gehe nach drüben und nehme die Partygemeinde ordentlich auseinander, rein verbal und mit wohlgewählten Worten natürlich. Danach ist Ruhe.

Das im Zimmerpreis enthaltene Frühstück gibt es im Rooftop Restaurant im 5. Stock, wir freuen uns auf Rührei und frische Brötchen. Immerhin bekommen wir trockenen Toast, Butter und Marmelade und Kaffee. Alles andere muss extra bestellt und natürlich bezahlt werden. So hungrig sind wir zum Glück gar nicht. Für den heutigen Tag steht Sightseeing auf dem Programm.

Erst seit 2008 steht George Town auf der Liste der UNESCO-Weltkulturerbe, wir laufen an vielen großen Gebäuden im Kolonialstil vorbei, besuchen das alte Fort Cornwallis, laufen am Hafen entlang und durch die kleinen Straßen. Es ist Sonntag, deswegen haben die meisten Geschäfte geschlossen. Unerträglich heiß ist es hier, wir kommen mit dem Trinken kaum hinterher.

Am Nachmittag beschließen wir, die restlichen Sehenswürdigkeiten auszulassen und schon am nächsten Tag in die Cameron Highlands im zentralen Nordmalaysia zu fahren. Wir kaufen uns Bustickets und essen noch ein wirklich typisches Gericht: Assam Laksa. Laksa im Allgemeinen mögen wir sehr, die hiesige Spezialität schmeckt jedoch extrem fischig und ist zumindest für Marsi eine Spur zu scharf. Ganz untypisch malaysisch leisten wir uns später ein Abendessen bei Pizza Hut, das hatten wir lange nicht mehr!

Pünktlich um 7:30 Uhr am nächsten Morgen werden wir abgeholt, wir holen noch weitere Gäste in George Town ab, bis der Minivan mit Fahrer und 10 Gästen randvoll ist. Gut 4 Stunden später sind wir am Ziel, wir haben unzählige Teeplantagen, Gewächshäuser und Erdbeerfarmen passiert und sind in Tanah Rata, mitten in den Cameron Highlands im nördlichen Malaysia. Der Ort liegt 1.500 m über dem Meer, es ist deutlich kühler hier oben, außerdem liegen dichte graue Wolken über uns.

Nach der Pleite in Penang haben wir beschlossen, dass wir unsere nächsten Unterkünfte vorher anschauen, sodass wir nach einiger Zeit im Father’s Guesthouse einchecken, das etwas außerhalb auf einem kleinen Hügel liegt. Wir haben ein Zimmer zum Garten mit eigenem Badezimmer, und genau hier liegt das Problem. Das Badezimmer ist eigentlich eine Toiletten- und Duschecke, mit 2 Wänden vom Rest des Zimmer abgetrennt und nach oben offen. Die Kombination aus feucht-kühlem Klima in den Highlands und dieser Konstruktion lässt unser Zimmer nach Feuchtigkeit und Schimmel riechen, das Bettzeug ist klamm. Aber für eine Nacht wird es uns genügen.

Tanah Rata besteht wie fast alle Städte in den Highlands aus einer einzigen Straße, ab und an gibt es Abzweigungen. Wir haben die Stadt schnell erkundet und sitzen am Abend beim Steamboat Dinner in einem Restaurant. Ein großer Teller mit rohem Fisch, Fleisch, Gemüse und Nudeln wird serviert, dazu ein zweigeteilter großer Fonduetopf, in der einen Hälfte Hühnerbrühe, in der anderen schöne scharfe Tom-Yam-Suppe. Nach und nach garen wir mal Huhn, mal Fischbällchen, hier und da ein paar Nudeln und verschiedenes Gemüse in der kochenden Suppe, bis wir satt sind.

Am späten Morgen besichtigen wir eine andere Unterkunft, die dem gleichen Besitzer gehört wie unser Guesthouse. Gerard’s Place liegt auf dem gegenüberliegenden Hügel beim riesigen Heritage Hotel, für etwas weniger Geld bekommen wir ein gemütliches Zimmer in einer nagelneuen Wohnung mit Küche, Wohnzimmer, Flachbildschirm-TV, Terrasse und Shared Bathroom. Insgesamt 8 Zimmer gibt es hier, da können wir uns die beiden Badezimmer guten Gewissens mit den anderen teilen. Wir gehen in die Stadt und essen eine Curry Laksa, welche für Marsi aber nicht nur ein bisschen zu scharf ist, ich esse also beide Portionen.

Kurz vor 15:00 Uhr sind wir wieder in unserem Apartment und sehen zwei unserer Mitbewohner auf der gemütlichen Couch sitzen, es sind Valentine und Jellert aus Belgien, ebenfalls auf Weltreise. Wir plaudern und plaudern, draußen beginnt ein heftiger Regenguss, und viel zu schnell ist es schon später Abend, die Zeit verfliegt. Wir gehen schnell noch etwas mit den beiden essen. Wir stellen fest, dass Jellert große Sympathien für Miniru und Bruno hegt, denn zu Hause hat er etwas ganz Ähnliches, einen Panda, der für ihre Reise aber zu groß gewesen war.

Viel erlebt und gemacht haben wir in den Highlands bisher noch nicht, doch wir genießen die Temperaturen und auch den Regen, denn das Klima hier oben ist deutlich angenehmer als in den letzten Wochen, wo wir vor Hitze manchmal nicht schlafen konnten.

Auf der Suche nach der Rafflesia

Am nächsten Tag verlassen uns die neuen belgischen Freunde schon wieder, wir verabreden uns aber für ihr nächstes Ziel, das in wenigen Tagen auch unser Ziel sein wird. Für heute haben wir die Rafflesia Tour gebucht. Jeden Tag fahren Touristen in den Urwald, um eine der seltenen Pflanzen zu sehen.

Kurz vor 9 steigen wir in einen alten Landrover. Zusammen mit einem anderen großen Geländewagen, der uns mehr an ein Truppentransportfahrzeug der Armee erinnert, fahren wir über eine Stunde, bis wir abbiegen. Unser Fahrer hält an und schaltet auf Vierradantrieb um. Aus gutem Grund, wie wir in der kommenden halben Stunde feststellen. Aus Tibet, Nepal und Indien sind wir ja schlechte Straßen gewohnt, aber hier machen wir eine ganz neue Erfahrung. Die Schlammpiste in den Dschungel ist vom Regen aufgeweicht und besteht eigentlich mehr aus Löchern, kleinen Seen und tiefen Rissen als aus Schlamm. Wir können es kaum glauben, wie unser Fahrer den alten Landrover und uns sicher ans Ziel bringt, ans Ende der Piste.

Wir steigen aus und laufen durch den Dschungel, 3 Stunden soll unser Trek dauern, auf dem Weg soll es eine oder mehrere Rafflesien geben. Nach monatelanger Wachstumsphase blühen diese wahrlich einzigartigen Pflanzen nur für ein paar Tage. Im Urwald fühlen wir uns ganz wohl, schon oft haben wir Treks und Ausflüge gemacht, aber hier ist es anders, viel dschungeliger als sonst. Der Boden ist so feucht und voller Schlamm, dass wir uns von oben bis unten einsauen auf dem Weg, bis wir endlich eine Pflanze finden, die gerade blüht. Jeder in unserer Gruppe fällt mindestens ein Mal hin oder rutscht aus, und das nicht aus Solidarität mit den anderen.

Einen halben Meter breit und in voller Blüte ist die Rafflesia, blass-rot und ein bisschen gelb, dem Inneren entströmt ein äußerst unangenehmer Geruch. Wir müssen die Nase natürlich ganz weit hineinhalten, um auch wirklich alles zu riechen. Rafflesien ahmen den Geruch von Aas nach, um die passenden Insekten als Bestäuber anzulocken. Gut zu wissen.

Am Nachmittag sind wir wieder bei unseren Fahrzeugen, wir fahren die Schlammpiste zurück. Gekonnt manövriert unser Fahrer durch die tiefen Spuren und Löcher im Schlamm, vorbei an spitzen Steinen und kleinen Felsen, bis er dann doch etwas zu weit nach links gerät und das Fahrzeug mit dem mittleren Unterboden aufsetzt. Da hilft kein Vierradantrieb und kein Schieben oder Drücken, die Vorderräder hängen in der Luft, der Landrover sitzt fest.

Wir steigen aus, kurze Zeit später hören wir „Easy, no problem“ und schon setzt der Armee-Truppentransporter zurück und zieht unseren Landrover langsam mit einem Stahlseil aus der Klemme. Wir steigen wieder ein und weiter geht’s. Nach einem Besuch in einem Orang-Asli-Dorf fahren wir zu einer der größten Teefabriken der Gegend. Hier wird der auf den Cameron Highlands angebaute und geerntete Tee weiterverarbeitet und verpackt, bevor er dann in den Supermärkten und Teeläden verkauft wird. Die Teeplantagen wirken unglaublich beruhigend, weites sattes Grün hatten wir schon eine ganze Weile nicht mehr.

Später sehen wir noch eine Erdbeerfarm und eine Butterfly Farm. Schmetterlinge gibt es hier wirklich genug, aber viel mehr interessiert uns die ansehnliche Sammlung von Insekten und Kleinreptilien, die man hier hat: So streicheln wir einen riesigen Nashornkäfer, lassen einen Gecko auf Marsis Hand einschlafen und sehen zu, wie einer unserer Gruppe sich mit 5 Skorpionen auf seinem T-Shirt fotografieren lässt und beobachten handtellergroße Taranteln und allerlei Schlangen.

Am Abend lernen wir Jessel aus England kennen, mit dem wir uns für den nächsten Tag verabreden. Rund um Tanah Rata gibt es ein paar gute Treks, von einfach bis anspruchsvoll ist für jeden etwas dabei. Pünktlich um 9:00 Uhr holen wir Jessel ab, der uns erzählt, dass er noch eine Handvoll weitere Leute animiert hat, mit uns zu kommen. Wir sind zu acht und lassen uns in 2 Taxis ein paar Kilometer zur zweiten großen Teefabrik fahren. Von dort aus starten wir durch die endlosen Teeplantagen, bis wir einen schmalen Weg entdecken, der unser Trek sein könnte. Wir schlagen uns durch zugewachsene Pfade im Dschungel, steigen über und unter umgestürzte Bäume, folgen einem braunen Fluss und haben mächtig viel Spaß im Urwald. Am Nachmittag erreichen wir Tanah Rata genau rechtzeitig, denn es beginnt zu regnen.

Nach einem Relax-Tag in unserem Apartment verlassen wir die Cameron Highlands schon wieder und fahren im Minivan an die Ostküste Malaysias bis nach Kuala Besut. Von hier aus legen die Boote zu den Perhentian Islands ab. An dieser Stelle sei erwähnt, dass wir bereits am Tag zuvor per E-Mail von unseren belgischen Freunden Val und Jel erfahren hatten, dass sie nun endlich im Besitz eines passenden Reise-Maskottchens sind. Bubu heißt die Schildkröte, die den beiden genau hier in Kuala Besut zugelaufen war. Am Pier entdecken wir schnell die Stelle, wo das passiert sein muss, ich kann nicht schnell genug reagieren und schon haben Miniru und Bruno einen weiteren Spielgefährten. Der Tradition folgend bekommt auch unsere Schildkröte den Namen Bubu, sie wird sich zukünftig das Netz an Marsis Rucksack mit Miniru und Bruno teilen.

Entspannung auf den Perhentian Islands

Die Perhentian-Inseln sind zwei kleine Inseln, die 20 km vom malaysischen Festland entfernt liegen und nur mit dem Boot erreichbar sind. Ich verbrachte 2004 einige Zeit auf der großen Insel und 2006 auf der kleinen. Immer wieder schwärmte ich Marsi (und auch vielen anderen) vor, dass es hier noch richtiges Insel-Feeling gibt. Einsame, schneeweiße, palmengesäumte Sandstrände mit unberührten Korallenriffen direkt davor. Die Saison beginnt hier erst im März und dauert bis Oktober, über Winter sind viele Unterkünfte geschlossen, weil der Nordostmonsun für Regen sorgt. Wir rechnen also damit, dass sich noch nicht viele Gäste auf den Inseln befinden.

Eine halbe Stunde dauert die Überfahrt vom Festland, wir wollen uns zunächst zur Coral Bay fahren lassen, die auf der monsungeschützten Westseite der kleineren Insel liegt. Ich bin überrascht: Ein großer Pier ragt weit in die geschwungene Bucht hinein, hier legt unser Schiff an und wir laufen bequem an Land. Noch vor wenigen Jahren mussten die Gäste mit einem kleinen Taxiboot vom großen Transferboot abgeholt werden, welches nicht nah genug ans Ufer fahren konnte. Schnell sehen wir Val und Jel, die glücklicherweise in einem der größeren Resorts dieser Bucht ein Zimmer für uns reserviert haben.

Im Senja Resort bin ich im Jahr 2006 schon gewesen, damals trug es noch den Namen Suria Resort. Ohne die Reservierung hätten wir kein Zimmer mehr bekommen, so viel zum Thema „noch nicht viele Gäste auf den Inseln“. Im Resort selbst hat sich nicht viel geändert außer dem Namen und dem Preis. Für deutlich mehr Geld als noch vor 5 Jahren (damals in der Hauptsaison) bekommen wir jetzt in der Nebensaison ein recht schäbiges Zimmer, das wir am nächsten Tag schon wieder verlassen. Auf der Nordseite der Bucht stand 2006 eine kleine Holzhütte, heute befindet sich an der Stelle das mächtige Shari-La Island Resort und ragt weit in den Dschungel hinein. Für den gleichen Zimmerpreis wie im Senja bekommen wir hier einen luxuriösen Bungalow mit kleinem Balkon. 100 solcher Bungalows gibt es im Shari-La Resort, ich kann es kaum glauben, wie man es schaffen kann, so viel Material vom Festland auf die Insel zu transportieren, um in wenigen Jahren ein solches Resort mitten im Dschungel zu bauen.

Auch sonst hat sich einiges geändert auf der Insel. Überall liegen kleine Boote, es gibt ein paar mehr Restaurants als früher und vor allem viele Touristen. Der schmale Pfad, der einst in einer Viertelstunde durch das Inselinnere auf die Ostseite zum Long Beach führte, ist inzwischen fast durchgehend gepflastert und von Baustellen gesäumt, welche vielleicht später einmal Unterkünfte werden. Unregelmäßig fahren hier ein Moped und ein Quad, um Dinge von einer auf die andere Seite der Insel zu transportieren.

Das größte Problem ist aber der Müll. Obwohl durch den Status eines Nationalparks geschützt, findet man hier nicht nur hinter den Unterkünften und Restaurants angespülten und achtlos weggeworfenen Müll. Optisch noch viel mehr beeinträchtigt das herumliegende Baumaterial den einst paradiesischen Eindruck. Auch die Dieselgeneratoren zur Erzeugung von Strom passen irgendwie nicht richtig ins Bild. Wenn ich also in Zukunft von diesen beiden Insel schwärmen werde, dann muss ich wohl dazusagen, dass ich zwangsläufig auch von längst vergangenen Zeiten schwärme.

Man könnte meinen, es hätte uns auf den Perhentian Islands nicht gefallen. Das stimmt natürlich nicht, denn sonst wären wir bestimmt keine ganze Woche dort geblieben. Wir hatten eine großartige Zeit mit Val und Jel.

Durch unsere belgischen Freunde lernen wir auch Maaike und Eric kennen, die zufällig die gleiche Route in Australien und Neuseeland zu fast der gleichen Zeit wie wir haben werden. Auch die beiden haben ein Blog auf Holländisch. Was wir sonst noch in der guten Woche auf den Inseln erlebt haben, schreiben wir am besten in einer kurzen Übersicht:

  • Dr. Miniru operiert erfolgreich die beiden Bubus im Coral Bay Hospital. Hierzu gibt es einen eigenen Artikel.
  • Wir fahren mehrfach mit dem Kajak die tollen Strände weiter nördlich an. Ganz so paradiesisch wie damals sind sie zwar nicht mehr, aber immer noch ist man quasi alleine.
  • Wir machen einen Ausflug auf die große Insel, sehen viele kleine und einen riesigen Waran auf einer Dschungelwanderung und stellen fest, dass auf der großen Insel wirklich noch Nebensaison ist. Wir finden nur wenige Resorts geöffnet und viel weniger Touristen als auf der kleinen Insel.
  • Selbst das teuerste Resort auf den Inseln, das Perhentian Island Resort, ist zwar geöffnet, hat aber kaum Gäste. Der einst so paradiesische Strand des Resorts wirkt irgendwie gar nicht mehr paradiesisch, viel angeschwemmter Müll (natürlicher und von Menschen gemachter) liegt herum.
  • Einen Tag regnet es durch, von früh morgens bis früh abends. Das kommt uns nicht ungelegen, denn an genau solchen Tagen kann man richtig ausspannen.
  • Ewan’s Cafe am Anfang des Wegs über die Insel serviert uns jeden Tag fantastisches Frühstück, wenngleich die meisten Touristen nicht hierherkommen, weil ringsum alles voller Baustellen ist.
  • Beim Schnorcheln sehen wir allerlei Fische: neben den „üblichen“ kleinen bunten auch einen ansehnlichen Bumphead Parrotfish (auf deutsch Büffelkopf-Papageifisch) und ein paar Schwarzspitzen-Riffhaie.
  • Marsi lässt es sich beim Abendessen manchmal richtig gutgehen und bestellt frisches BBQ, mal mit Hähnchen, mal mit Garnelen oder mit kleinen Hummern.
  • Am Long Beach auf der Ostseite der kleinen Insel gibt es wegen des Nordostmonsuns jeden Tag fantastische hohe Wellen. Wir lassen uns das natürlich nicht entgehen!
  • In einer Nacht regnet es für 6 Stunden so heftig, dass wir wegen der Lautstärke kaum schlafen können und unser Dach (wie auch die Dächer vieler anderer Hütten) an mehreren Stellen undicht wird.
  • Neben Stunden und ganzen Tagen mit Regen hatten wir trotz Monsun die meiste Zeit passables Wetter: viele harmlose und ein paar tiefe dunkle Wolken, aber meist sonnig.

Zusammenfassend können wir über die Perhentian Islands sagen:

  • Die richtig paradiesischen Zustände sind wohl vorbei. Selbst in der gerade beginnenden Nebensaison sind richtig viele Touristen hier.
  • Am besten geht man zwischen April und September hierher, in dieser Zeit gibt es weniger Regen als in der Monsunzeit.
  • Die Coral Bay im Westen der kleinen Insel ist inzwischen richtig touristisch geworden.
  • Die einsamen, fast menschenleeren Buchten ohne Unterkünfte erreicht man am besten mit dem Kajak (was wir am liebsten tun) und am einfachsten mit dem Taxiboot (was andere am liebsten tun).
  • Der Trip hierher hat sich gelohnt, wenngleich ich meine Meinung über die Inseln nun gründlich überdenken muss.
  • Alles ist auf den Inseln teurer als sonstwo: Essen, Getränke, Kajaks, Unterkünfte. Und es gibt immer noch keine Geldautomaten. Wer hier überleben will, braucht also Bares. Oder ein Resort, das Kreditkarten akzeptiert.

Da kurz vor unserer Abreise von den Inseln die Schulferien in Malaysia beginnen, bekommen wir keine Bustickets mehr nach Kuala Lumpur. Wir buchen einen Flug von Kota Bharu nach Kuala Lumpur, das kostet uns zwar deutlich mehr als der Bus, ist aber dafür unglaublich elegant. Für 40 MYR (ca. 10 Euro) fahren wir mit dem Taxi vom Pier in Kuala Besut direkt zum Flughafen und warten auf den Flieger, der uns in einer knappen Stunde nach Kuala Lumpur bringt. Der Bus hätte mehr als 8 Stunden für diese Strecke gebraucht.

Unser Hotel in Malaysias Hauptstadt ist wirklich gut, wir können endlich unsere seit den Inseln dauer-feuchten Klamotten waschen lassen, damit wir in Australien wenigstens gut riechen. Die kurze Zeit in Kuala Lumpur verbringen wir mit Sightseeing und Shopping. Wir sind schon einige Male in dieser Stadt gewesen, aber die Petronas Towers können wir auch dieses Mal nicht auslassen.

Wir verlassen also Asien nach über 5 Monaten, betreten einen anderen Kontinent und auch eine andere Welt. Wir können bald wieder Wasser aus dem Wasserhahn trinken, müssen dafür unterm Toilettensitz nach gefährlichen Spinnen Ausschau halten. Wir werden euch natürlich weiterhin auf dem Laufenden halten, doch haben wir von zu vielen Freunden gehört, wie oft sie McDonald’s in Australien aufsuchen, nur weil es dort kostenloses WiFi gibt. Wir sind gespann!

Hier findet ihr unsere besten Fotos aus Malaysia:

Comments (2)

  1. Tolle Bilder! Der Gecko könnte ja fast Miniru und Bruno Konkurrenz machen. Und obwohl ich Euch nur von Bildern kenne, ist es doch sehr ungewohnt, Marsi ohne Brille zu sehen. Habt ihr dem Nasenfahrrad eigentlich ein anständiges Begräbnis gegeben oder reist es für alle Fälle noch weiter mit?

    Viel Spaß in Australien,

    Silke

    1. Hallo Silke,

      für uns ist es auch sehr ungewohnt. Eben haben wir uns Bilder aus Laos angeschaut und waren ganz überrascht mich mit Brille zu sehen 😉 Sie reist aber weiter mit – man weiß ja nie 🙂

      Liebe Grüße
      Marsi & Daniel

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Malaysia

von Daniel Schroth Lesedauer: 16 min
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