OZ-Basics, Teil 2: Gabi, unser Campervan

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2011

12.04.2011 | Von Daniel Schroth | Keine Kommentare

OZ-Basics, Teil 2: Gabi, unser Campervan

Damit wir mit unserem hart ersparten Geld auch in Australien möglichst weit kommen, haben wir beschlossen, drei Reise-Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: Fortbewegung, Übernachtung und Essen. Alle werden erschlagen durch Gabi. Gabi ist ein Spaceship, ein Van der Firma Spaceships, die Campervans vermietet. Eigentlich heißt Gabi „Homa“, was uns aber nicht gut genug gefällt, weswegen wir sie kurzerhand umtaufen. Aber was bitte ist denn Gabi jetzt für ein Ding? Nüchtern gesagt: Ein umgebauter Toyota Estima, gebaut irgendwann Ende der 90er, gut 140.000 km auf dem Tacho, Benziner, Automatik, Seiten-Schiebetür und Heckklappe.

Gabi, unser Spaceship

Die Fahrerkabine sieht eigentlich aus wie immer und hat nicht viele Umbauten, aber hinten ist Gabi ein wahres Wunderauto. Die Sitze im großen hinteren Teil sind bis auf eine kleine Bank ausgebaut, dafür ist eine Stahlkonstruktion eingebaut worden, unter der sich Stauraum verbirgt. Sowohl von hinten (von der Heckklappe) als auch von vorne (seitliche Schiebetür) kann man je eine Abdeckungen nach oben klappen und arretieren, um an den jeweiligen Stauraum zu kommen. Hinten haben wir unsere großen Rucksäcke und alles, was wir nicht so oft brauchen. Vorne sind ein kleiner Kühlschrank, die beiden Gaskocher, Geschirr und Besteck untergebracht.

Sind beide Abdeckungen zugeklappt, kann man obendrauf schlafen. Die Matratzen sind erstaunlich bequem und das Bett ist mit 1,40 auf knapp 2,00 m auch für mich nicht zu klein. Wenn wir uns nachts aufrichten wollen und das zu ruckartig tun, bekommen wir nur deswegen keine Beule, weil Gabi am Himmel gepolstert ist. Im hinteren Teil sitzen geht also nicht, denn es ist zu niedrig und man kann das Bett nicht zu einer Sitzbank umbauen. Unten das Gepäck verstauen, obendrauf liegen, so einfach ist das.

Ein beweglicher Arm über dem Bett hält ein besonderes Gimmick: einen kleinen DVD-Player mit Mini-Bildschirm, um uns die langweiligen australischen Abende zu versüßen. Nein, man braucht wirklich nicht unbedingt einen DVD-Player, denn langweilig ist es nicht. Aber ab und an schauen wir doch mal ein Filmchen, das ist zur Abwechslung mal richtig nett. Allerdings hätten wir auf diesen Player lieber verzichtet, denn auch wenn wir den langen Arm so weit wie möglich zum Fenster drehen, schlage ich mir täglich mindestens ein Mal den Kopf an, meistens morgens beim Aufstehen.

Gabis größter Trumpf ist auf den ersten Blick gar nicht sichtbar. Bei Bedarf kann man das Bett nach hinten verlängern. Wie? Verlängern? Ja, denn damit haben wir vor dem Bett mehr Platz und ein bisschen Luft kommt hinten auch noch rein. Wir machen die große Heckklappe auf, ziehen einen Stahlrahmen ca. einen halben Meter nach hinten heraus, legen ein Brett und einen Matratzenteil darauf und dann kommt der Trick: Eine extra für jedes Spaceship individuell maßgeschneiderte Zeltplane wird mit Druckknöpfen um Heckklappe und Kofferraum angebracht, sodass wir vor Regen und Wind (und vor den Blicken der Nachbarn) geschützt sind. Ein kleines Fenster mit Fliegennetz können wir mit einem Reißverschluss öffnen. Dadurch kommt in heißen Nächten viel mehr Luft ins Auto als wenn alle Türen und Fenster geschlossen sind.

Von Spaceships haben wir eine komplette Camping-Ausstattung bekommen: Geschirr, Besteck, Gaskocher, Spülzeug, Pfanne und Topf, 2 Campingstühle und einen Klapptisch, 2 Wasserkanister, 4 DVDs und allerlei Kartenmaterial und Handbücher. Da wir viel Respekt vorm Linksfahren und den neuen Regeln und Schildern hatten, haben wir beschlossen, das All-Inclusive-Paket für Gabi zu buchen, „Stressfree Package“ heißt das hier. Alle Versicherungen sind enthalten, der Selbstbehalt ist auf Null und wir müssten im Schadensfall nur für die allerwenigsten Dinge aufkommen (z.B. Reifen). Damit fühlen wir uns einfach besser.

Kühlschrank und DVD-Player werden über eine Sekundärbatterie versorgt, die sich beim Fahren auflädt. Viel mehr als eine Nacht hält diese den Kühlschrank aber nicht am Leben, aber das ist besser als nichts. Gabi schluckt durchschnittlich 10 Liter Benzin (zum Glück auch das günstige mit 10% Ethanol) auf 100 km, das ist fair. Der Benzinpreis ist mit ungefähr 1 Euro pro Liter noch recht günstig, aber die Entfernungen lassen uns schnell merken, wie viel Geld man hier in die Luft bläst.

Jetzt könnt ihr euch schon vorstellen, wie Gabi aussieht und was sie alles kann. Fahren kann man sie wie ein normales Auto, sie ist ja nicht größer als ein durchschnittlicher Familienvan zu Hause. Über das Fahren in Australien gibt es einen eigenen Artikel, denn auch da ist einiges anders als sonst.

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OZ-Basics, Teil 2: Gabi, unser Campervan

von Daniel Schroth Lesedauer: 3 min
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