Taschentücher

Nov

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2010

19.11.2010 | Von Daniel Schroth | 2 Kommentare

Taschentücher

Schon bei den letzten Reisen ist es ab und an passiert, dass wir keine Taschentücher mehr hatten. “Taschentücher?”, mögt ihr jetzt denken, schon klar. Taschentücher sind ein essentielles Gut, und ganz besonders die durchnschupfsicheren Original-Tempos aus der Heimat. Für die Toilette tut es auch die günstige Variante, aber für die Nase, da muss Qualität her. Und ihr glaubt nicht, wie viele Tempos man braucht für dies und das, in der trockenen Luft in Tibet oder wenn man einen Schnupfen hat oder wenn ich wegen der Millionen Milben in Nepals Bettdecken mal wieder einen Niesanfall bekomme, was zum Glück selten vorkommt.

Also haben wir uns zu Hause mit einer ausreichenden Menge eingedeckt. Damit diese nicht allzu schnell aufgebraucht wird, haben wir uns auf der Reise bereits mehrfach Ersatz besorgt:

  • In China haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht. Das lokale Produkt aus dem Wal Mart in Peking kann den Tempos fast das Wasser reichen.
  • In Lhasa/Tibet sind die Verkäuferinnen auf Verkauf getrimmt, so wie es sich gehört. Auf unsere Frage, ob sie 4-lagige Taschentücher hätten, wurde uns sofort das Produkt “Familia” empfohlen, natürlich in der Größe eine Familienpackung im Jahresvorrat. Was für ein Quatsch! Diese benutzen wir nur noch für große und kleine Geschäfte. Das tun wir unsere Nase nicht an. Von Lagen keine Spur, und nach ein Mal Niesen mehr Loch als Taschentuch.

Die Tempo-Betrüger

Heute ist uns in Pokhara/Nepal etwas passiert. Im Supermarkt möchte ich einen 10er-Pack Tempos kaufen, denn wir haben mit Erschrecken festgestellt, dass außer den oben erwähnten “Familia” nicht mehr viel von unserem Vorrat da ist.

Hier gibt es tatsächlich Tempos in der gleichen blauen Verpackung wie zu Hause! Und “durchschnupfsicher” steht drauf! Marsi warnt mich noch, dass es doch auch eine Probe-Packung tut für den Anfang, um erst mal zu sehen, wie gut die nepalesischen Tempos sind.

Es fällt uns auf, dass die Packung sich sehr viel dünner anfühlt als bei uns. Auf der Packung steht, dass es sich um 4-lagige Taschentücher handelt. Inhalt: 9 Stück. Und auch sonst alles, wie man es von Tempos zu Hause gewohnt ist. Kein Wunder, deswegen fühlt es sich so dünn an, denn bei uns zu Hause sind ja bekanntlich immer 10 Tempos in einer Packung.

Eben kam dann die Überraschung: In der Packung befinden sich in der Tat 9 Taschentücher. Von 4 Lagen keine Spur, von Tempo auch nicht. Eine billige weiße Schmirgelpapier-Serviette von der Imbissbude umschmeichelt die Nase um ein Vielfaches mehr!

Wir erklären es uns so: Jemand muss alte Tempo-Verpackungen gesammelt oder aufgekauft haben, die Originalware herauspult und danach, ohne den Klebeverschluss zu sehr zu beschädigen, mit dieser absolut minderwertigen Ware aufgefüllt haben. Vielleicht ist das auch schon ein richtig großer Wirtschaftszweig hier und das passiert alles maschinell. Kostenpunkt: 15 NPR (0,15 Euro) pro Packung.

Auf Taschentuch-Betrug waren wir nicht eingestellt, für die Zukunft wissen wir aber, worauf wir achten müssen: “Namasteeee! Darf ich mal eines zum Probe-Schnäuzen aus der Packung nehmen?” So wie man in der Bäckerei ein Stück Brot probiert, bevor man den ganzen Laib kauft.

Comments (2)

  1. Stimmt – Toilettenpapier ist ähnllich, aber da gibts wenigstens ein paar Alternativen. Und die Marke die du meinst – die hatten wir auch. Unglaublich wie man sich über Kleinigkeiten freuen kann…

  2. Ach ja, die Tempos. Die Packungen sind bestimmt einfach nur kopiert. Ich bin da ebenso darauf reingefallen und habe auch ständig Löcher in die Dinger geschnäuzt.

    Beim Toilettenpapier ist es so ähnlich. Bewährt hatte sich das mit den unleserlichen (chinesischen?) Schriftzeichen und ohne Loch in der Mitte.

    An solchen Details erkennt man eine Zivilisation. 😉 (Kleiner Scherz, nicht ernst nehmen!)

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von Daniel Schroth Lesedauer: 2 min
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